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Eisenkraut: Wirkung, Inhaltsstoffe und mögliche Anwendungsgebiete der Heilpflanze

Eisenkraut: Wirkung, Inhaltsstoffe und mögliche Anwendungsgebiete der Heilpflanze

Das Eisenkraut ist eine Heilpflanze, die schon seit dem Mittelalter genutzt wird und eine starke Symbolkraft hatte. Bereits Hildegard von Bingen und Kneipp waren von der Heilkraft dieser Pflanze bei den unterschiedlichsten Beschwerden überzeugt. Welche Inhaltsstoffe für die Wirkung von Eisenkraut verantwortlich sind, die richtige Anwendung und Zubereitung der Pflanzenteile und viele andere interessante Fakten zum Eisenkraut haben wir für dich nachfolgend zusammengestellt.

Was ist Eisenkraut?

Die Heilpflanze Eisenkraut ist unter dem wissenschaftlichen Namen Verbena officinalis bekannt. Ihren Namen verdankt sie den Überlieferungen aus dem Mittelalter. Dort glaubte man, dass Eisenkraut in der Lage, war vor Verletzungen durch Schwerter und anderen Eisenwaffen zu schützen. Ausserdem sollten solche Wunden mithilfe von Eisenkraut besonders schnell heilen. Ritter trugen daher stets etwas Eisenkraut mit sich, um sich zu schützen. Ursprünglich stammt die bis zu 75 Zentimeter hohe krautige Pflanze aus dem Mittelmeerraum. Inzwischen findet man sie jedoch fast überall da, wo die Pflanzen ein gemässigtes bis tropisches Klima vorfinden. Ihre Blütezeit liegt in Mitteleuropa zwischen Mai und Oktober. Die Blüten können weiss, rötlich, hellblau oder violett sein.

Was sind die wirksamen Inhaltsstoffe der Heilpflanze?

Die Wirkung von Eisenkraut lässt sich auf die folgenden Inhaltsstoffe zurückführen:

  • Iridoide wie Verbenalin und Hastatoid: Hierbei handelt es sich um sekundäre Pflanzenstoffe, die unter anderem antibakteriell und entzündungshemmend wirken sollen.
  • Flavonoide: Hierbei handelte sich um Pflanzenstoffe, die für die Färbung der Blüten verantwortlich sind. Auf den Menschen sollen sie eine entzündungshemmende und antioxidative Wirkung haben.
  • Phenylethanoid: Dieser sekundäre Pflanzenstoff soll ebenfalls eine antioxidative Wirkung haben und vor Zellschäden schützen.
  • Ätherische Öle: Sie wirken antimikrobiell und können als Aromatherapie verwendet entspannend wirken.
  • Bitterstoffe: Sie wirken Verdauungsfördern, regen Speichel-, Magen- und Gallensaftfluss an. Gerbstoffe sollen ausserdem das Zusammenzeihen von Wunden beschleunigen und damit die Heilung fördern.

Welche Beschwerden kann Eisenkraut lindern?

Die Wirkung des Eisenkrauts bei Nasennebenhöhlenentzündungen und anderen Erkältungsbeschwerden ist weitgehend anerkannt. Die Heilpflanze kann jedoch auch bei anderen Krankheiten und Symptomen helfen, wie zum Beispiel:

  • Erkrankungen der Leber, Nieren oder Galle
  • Verdauungs- und Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall oder Verstopfung
  • Rheumatische Erkrankungen
  • Entzündungen im Mund, Rachen und Hals
  • Zahnfleischbluten
  • Atemwegserkrankungen, wie zum Beispiel Asthma und Husten
  • Fieber
  • charakteristische Beschwerden der Wechseljahre
  • Unterleibskrämpfe während der Menstruation
  • Stressmindernd und beruhigend
  • Blutarmut

Wie verwende ich Eisenkraut?

Die Art der Behandlung mit Eisenkraut richtet sich danach, welche Beschwerden du hast. Einen Tee oder gekochten Sud aus Eisenkraut kannst du zum Trinken verwenden. Er eignet sich jedoch auch zum Gurgeln, bei Zahnfleischbluten oder Entzündungen im Hals- und Rachen-Bereich. Den gekochten Sud kannst du auch für Kompressen zur äusserlichen Anwendung nutzen. Neben Tee gibt es Eisenkrautextrakt auch in Form von Tabletten und als ätherisches Öl. Die ätherischen Öle kommen insbesondere bei der Aromatherapie zur Behandlung von Stress und Anspannung zum Einsatz.

Wie koche ich Tee aus den Blüten und Blättern der Pflanze?

Eisenkrauttee besteht aus den oberirdischen Teilen der Pflanze, das heisst Blüten, Blätter und Stängel. Diese werden zur Blütezeit geerntet und getrocknet.

  1. Für eine Tasse Tee solltest du etwa 1,5 Gramm getrocknetes Eisenkraut verwenden. Das entspricht etwa einem halben bis einem Teelöffel.
  2. Übergiesse diese nun mit 250 Milliliter kochendem Wasser.
  3. Anschliessend lässt du den Tee etwa fünf bis zehn Minuten lang ziehen und seihst die Pflanzenteile ab.

Über den Tag verteilt solltest du nicht mehr als drei Tassen trinken. Willst du Eisenkraut als Mundspülung verwenden, kannst du ihn etwas stärker kochen. Auf 250 Milliliter kochendes Wasser kommen hier etwa zwei Teelöffel Eisenkraut. Die Ziehzeit verlängert sich auf zehn bis zwölf Minuten. Die Mundspülung solltest du möglichst lauwarm verwenden.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Die Nebenwirkungen von Eisenkraut sind bisher nur wenig erforscht. Daher sollte eine Behandlung mit Eisenkrauttee nicht länger als sieben Tage lang erfolgen. Solltest du dir unsicher bei der korrekten Anwendung sein, orientiere dich am Beipackzettel oder lasse dich von fachkundigen Personen, wie zum Beispiel Apothekern, Heilpraktikern oder Ärzten beraten. Bei längerer oder unsachgemässer Anwendung können folgende Nebenwirkungen auftreten:

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Magen-Darm-Beschwerden

Darüber hinaus steht Eisenkraut im Verdacht, vorzeitige Wehen auszulösen und sollte aus diesem Grund nicht von Schwangeren verwendet werden. Es gibt keine bestätigten Hinweise auf mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder Arzneimitteln. Dennoch solltest du vor der Einnahme von Eisenkraut mit deinem behandelnden Arzt sprechen.

Wo ist Eisenkraut erhältlich?

Eisenkraut ist in Form von Tabletten, Ätherischen Ölen oder getrockneten Blättern und Blüten für Tees in Apotheken, Drogerien, Kräuterläden und Reformhäusern erhältlich. Achte darauf, dass es sich dabei um gewöhnliches Eisenkraut (Verbena officinalis) handelt. Es gibt auch andere Eisenkrautarten, wie zum Beispiel das griechische Eisenkraut. Dieses besitzt andere Inhaltsstoffe und unterscheidet sich in seiner Wirkung und Anwendung daher stark. Darüber hinaus gibt es noch die echte Verbene, eine südamerikanische Verwandte des Eisenkrauts. Sie findet sich häufig aufgrund ihres Zitronenaromas in verschiedenen Teesorten, hat jedoch eine andere Wirkung als das gewöhnliche Eisenkraut.

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