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Wunde desinfizieren: So funktioniert die Wundversorgung richtig

Wunde desinfizieren: So funktioniert die Wundversorgung richtig

Ob nach einem Sturz auf der Arbeit oder als Folge eines Sportunfalls: Fast jeder von uns bekommt es im Laufe des Lebens mit kleinen oder grossen Wunden am Körper zu tun. Harmlose und kleine Schürfwunden verheilen dabei in der Regel problemlos von selbst. Etwas anders sieht es bei tiefen Verbrennungen oder grossen Platzwunden aus. In solchen Fällen reicht eine einfache Wundversorgung oft nicht aus. Die gute Nachricht: Wer richtig reagiert, trägt schon zu Beginn zu einer schnelleren Wundheilung bei. Worauf es dabei ankommt, erfährst du im folgenden Ratgeber.

1. Die Arten von Wunden kennen

Es gibt unterschiedliche Arten von Wunden, die einer individuellen Wundversorgung bedürfen. Die gängigsten Wundarten, die wir aus dem Alltag kennen, sind:

  • Platzwunden: Eine Platzwunde entsteht häufig nach dem Aufprall eines stumpfen Gegenstands. Die Haut prellt sich stark und das betroffene Gewebe platzt anschliessend auf.
  • Schürfwunden: Häufig trifft es die oberste Hautschicht, also die Epidermis, wenn wir eine Schürfwunde bekommen. Da die Epidermis keine eigenen Blutgefässe besitzt, kommt es nur zu einer oberflächlichen Verletzung.
  • Schnittwunden: Die Schnittwunde kommt besonders oft in Haushalten vor, vor allem in der Küche. Schuld daran ist häufig das scharfe Messer, welches Haut und Gewebe in Mitleidenschaft zieht. Es handelt sich um einen scharfen Schnitt.

2. Die Wundversorgung bei einer Schürfwunde durchführen

Eine Schürfwunde blutet in der Regel gar nicht oder nur wenig. Besonders häufig trifft es Kinder, die sich auf dem Schulhof oder auf dem Spielplatz austoben und eine oberflächliche Verletzung mit nach Hause bringen. Hier gilt: Harmlose Schürfwunden bedürfen keiner speziellen Desinfektion. Diese tötet auch Hautbakterien ab, die für eine gesunde Hautbarriere sorgen. Leicht blutende Schürfwunden desinfizierst du unter fliessendem und klarem Wasser. Danach entfernst du oberflächliche Verschmutzungen sanft mit einem sterilen, fusselfreien Lappen.

3. Desinfektion und Behandlung einer Platzwunde

Gehe bei der Desinfektion einer Platzwunde folgendermassen vor:

  1. Säubere die Wunde zunächst unter fliessendem Wasser. Tupfe das Blut alternativ mit einem fusselfreien und vor allem sauberen Tuch ab, wenn du gerade keinen Wasserhahn findest. Wichtig: Bei einer besonders starken Blutung legst du erst einen Druckverband an, damit es nicht zu einem hohen Blutverlust kommt. Erst danach erfolgt die weitere Versorgung.
  2. Reinige die Platzwunde mit einer Wundspüllösung aus der Apotheke.
  3. Achte darauf, dass die Wunde nicht mehr mit Wasser in Kontakt kommt, denn die Feuchtigkeit kann den Heilungsprozess verzögern.
  4. Kleine Platzwunden behandelst du danach zum Beispiel mit einem Klammerpflaster. Grössere Platzwunden bedürfen einer medizinischen Versorgung durch einen Arzt.

4. Verbrennungswunden desinfizieren

Bei oberflächliche Verbrennungen, etwa durch einen Sonnenbrand, gilt: Brandblase unter fliessendem Wasser kühlen und anschliessend mit einem Wundantiseptikum desinfizieren. Verzichte jedoch auf Eiswürfel, denn zu viel Kälte verursacht häufig einen Kälteschaden auf der Haut. Wichtig: Rufe den Notarzt, wenn es sich um eine tiefere Verbrennung handelt.

5. Die Dauer der Wundheilung nach der Desinfektion

Die Heilungsdauer einer Wunde hängt von der Art der Verletzung, der Erstversorgung und der Behandlung danach sowie vom Gesundheitszustand des Betroffenen ab. Das bedeutet: Während einige Verletzte sich schnell regenerieren, verläuft die Wundheilung bei anderen etwas langsamer. Wer beispielsweise unter Diabetes leidet, muss mit einer gestörten oder verzögerten Wundheilung rechnen. Beachte Folgendes, um die Wundheilung positiv zu beeinflussen:

  • Suche einen Arzt auf, wenn die Wunde stark nässt, schmerzt und brennt. Möglicherweise liegt eine bakterielle Infektion vor, die einer rechtzeitigen Behandlung bedarf.
  • Achte darauf, Pflaster und Verbände mit sauberen Händen zu wechseln und greife stets zu frischem und sterilem Verbandsmaterial.
  • Verklebtes Verbandsmaterial reisst du niemals gewaltvoll ab. Besorge dir stattdessen eine desinfizierende Lösung, um das Material damit zu tränken und es anschliessend sanft zu entfernen.

6. Worauf beim Benutzen eines Pflasters zu achten ist

Trage ein Pflaster immer erst nach der Desinfektion einer Wunde auf, damit keine Keime in die Wunde eindringen. Bei nassen Wunden raten wir zur Vorsicht: Pflaster verkleben häufig mit der Wunde. Suche am besten eine Apotheke auf, um dich beraten zu lassen. Dort findest du passende Cremes und Salben für die Wundversorgung, Produkte für die Wundreinigung sowie gegebenenfalls Tipps zur Anwendung von Hausmitteln. Wichtig: Benutze ein altes Pflaster kein zweites Mal. Wer die Wunde regelmässig mit einem Antiseptikum säubert und kein frisches Pflaster aufträgt, riskiert, die Wirkung der desinfizierenden Lösung aufzuheben – und damit auch eine anschliessende Wundinfektion.

7. Was zu tun ist, wenn die Wunde nicht heilt

Ob aufgrund einer Krankheit, von Hautproblemen oder einer Wundheilungsstörung durch eine Infektion: Manchmal heilen Wunden nicht richtig ab. Suche bei folgenden Symptomen einen Arzt auf, um eine passende Behandlung zu beginnen:

  • bei stark schmerzenden, brennenden und nässenden Wunden
  • bei Wunden, die auch nach längerer Zeit nicht verheilen
  • wenn du unter Diabetes mellitus leidest und die Wunde nur langsam verheilt

Ein Hinweis: Verzichte bei offenen Wunden auf gängige Hausmittel, wenn die Wunde sich verschlimmert, und halte Rücksprache mit deinem Arzt. In schlimmen Fällen kommt es andernfalls zu einer Blutvergiftung (Sepsis).

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