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Tilidin ist ein synthetisch hergestelltes, schmerzstillendes Mittel (Analgetikum) aus der Wirkstoffgruppe der Opioide. Nach seiner Verabreichung wirkt es mit einer Verzögerung von etwa 3,5 Stunden auf die Leber. Dort setzt es das Stoffwechselprodukt Nortilidin frei. Im Gehirn knüpft Nortilidin an vorhandene Rezeptoren für Opioide (µ1-Rezeptoren) an. Diese biochemische Reaktion löst eine schmerzstillende, beruhigende Wirkung auf den Organismus aus.
Im Vergleich zu anderen Schmerzmitteln wirkt Tilidin nur schwach bis moderat. Seine sedierende Wirkung ist nur etwa ein Fünftel so stark wie die von Morphin. Es wird meist bei mittelstarken oder starken Schmerzen verschrieben, wenn Nicht-Opioid-Analgetika wie Ibuprofen oder Aspirin keine ausreichende Wirkung zeigen. Typischerweise wird Tilidin nach Operationen oder Verletzungen wie einem Bandscheibenvorfall gegen auftretende Schmerzen eingesetzt. Auch Menschen mit chronischen Krankheiten und starken Schmerzen, beispielsweise Rheuma- oder Krebspatienten, für die Morphin zu stark wäre, erhalten Tilidin. Das Medikament wird auch erfolgreich bei der Behandlung des Restless-Legs-Syndroms eingesetzt. In der Schweiz ist Tilidin als oral verabreichte Lösung seit 1975 zugelassen und unter dem Handelsnamen Valoron® erhältlich. Weil es über die Leber aufgenommen wird, wirkt es schlecht bei Patienten mit Leberinsuffizienz und ist daher für diese kontraindiziert.
Um dem starken Abhängigkeitspotenzial von Tilidin in Reinform entgegenzuwirken, wird Tilidin in sogenannten Retardtabletten und -tropfen unter Beigabe von Naloxon appliziert. Naloxon wirkt schneller auf die Leber als das zeitgleich verabreichte Tilidin. Es wird zuerst und vollständig dort abgebaut und wirkt als Antagonist an den Opioidrezeptoren. Hier kann es die verzögert einsetzende Wirkung von Tilidin komplett neutralisieren. In Retard-Zubereitungen wird das Mischungsverhältnis von Tilidin und Naloxon darum so gewählt, dass sich die analgetische Wirkung des Tilidins noch in normalen therapeutischen Dosierungen entfalten kann, eine abhängigkeitsauslösende Wirkung aber ausgeschlossen ist.
Unerwünschte Nebenwirkungen von Tilidin-Retardpräparaten können Benommenheit, Schwindel, Schweissausbrüche, Übelkeit und Nervosität sein. Bei korrekter Verabreichung ist die Wahrscheinlichkeit der Entwicklung einer Abhängigkeitserkrankung gering. In Verbindung mit Alkohol kommt es zu einer Wechselwirkung und der gefährlichen Verstärkung von Symptomen beider Mittel. Wird die Wirkung des Naloxon im Retardpräparat aufgehoben oder Tilidin ohne Naloxon eingenommen, entwickelt sich eine Abhängigkeit schnell. Die zeitlich verzögerte Wirkung von Tilidin verleitet insbesondere illegale Konsumenten dazu, mehr von dem Wirkstoff zu sich zu nehmen als für eine Wirkung notwendig. Der Missbrauch von Tilidin kann zu einer Tilidin-Überdosis, Atemstillstand und zum Koma führen.
Die regelmässige Einnahme von Tilidin-Naloxon-Retardpräparaten führt zu einem Gewohnheitseffekt. Sie sollte nicht von einem Tag auf den anderen abgebrochen werden. Die verabreichte Dosis wird nach und nach reduziert, bis das Präparat entbehrlich ist. Ist durch unsachgemässen Gebrauch eine Tilidin-Abhängigkeit entstanden, können starke Entzugserscheinungen (Krampfanfälle, Schlafstörungen, Depressionen) auftreten. Bei der Behandlung von Tilidin-Entzugserscheinungen werden meist alternative Schmerzmittel verabreicht, die eine ähnliche Wirkung, aber weniger Nebenwirkungen und Abhängigkeitspotenzial mit sich bringen. Es dauert in diesem Fall mehrere Wochen oder Monate, Tilidin körperlich schonend abzusetzen. Ein ambulanter Entzug ist meist von deutlich längerer Dauer als die stationäre Entgiftung in einer Klinik.
In Deutschland stieg die Zahl verordneter Tagesdosen von 100.000 im Jahr 2017 auf über 3.000.000 im Jahr 2019. Der Grossteil der Verschreibungen erfolgte für die Gruppe männlicher 15- bis 20-Jähriger. Forscher und Mediziner gehen davon aus, dass der ungewöhnlich rasante Anstieg von Tilidin-Verschreibungen gesellschaftliche Gründe haben muss.
Tilidin wird seit den 80er Jahren in Film und Musik der Jugendkultur thematisiert. In dem Film „Wir Kinder von Bahnhof Zoo“ wird es als leicht erhältliches Entzugsmittel für Heroin erwähnt. Die deutschen Rapper Capital Bra und Bonez MC veröffentlichten Songs, in denen sie ihre Erfahrungen mit Tilidin publikumswirksam verarbeiten. Dass sich Tilidin zu einer Modedroge entwickeln konnte, wird unter anderem durch folgende Gründe erklärt:
In der Schweiz ist Tilidin ein verschreibungspflichtiges Betäubungsmittel und kann nur durch zugelassene Ärzte verordnet werden. Kommt das Tilidin in fest zubereiteter Form in Kombination mit Naloxon und in bestimmter Dosis vor, gilt keine Verschreibungspflicht. Weil viele Konsumenten wissen, wie sie die neutralisierende Wirkung von Naloxon umgehen können, wird eine Änderung der Gesetzeslage aktuell diskutiert. In den USA ist der medizinische Nutzen von Tilidin nicht anerkannt und Tilidin verboten.
Was hilft gegen Schnarchen? Diese Frage stellt sich spätestens dann, wenn du regelmässig mit jemandem im Bett liegst, der zum Schnarchen neigt. Denn das Schnarchen fällt dem Betroffenen selbst zumeist nicht auf – er schläft ja. Solltest du also einen Schnarcher im Haus haben oder auch selbst erfahren haben, dass du schnarchst, ist die Frage legitim, was gegen das Schnarchen hilft. Dabei kann es unterschiedliche Ursachen haben. Manchmal ist es einfach nur die Liegeposition, manchmal ist es aber auch das Symptom einer Krankheit. Was hilft und wie du das Schnarchen vielleicht abstellen kannst, erfährst du hier.
Johanniskraut ist ein frei erhältliches Mittel, das gegen Depressionen helfen kann. Insbesondere bei leichten Verstimmungen ist Johanniskraut eine gute Wahl. Selbst mittelschwere Depressionen kannst du mit dem pflanzlichen Heilmittel gut in Angriff nehmen. Und: Da Johanniskraut frei erhältlich ist, kannst du es auch in Eigenregie ausprobieren. Doch in welchen Fällen hilft die Heilpflanze wirklich? Wie oft und wie lange muss der Wirkstoff eingenommen werden, bis die positiven Effekte zur Geltung kommen und sich die dunklen Wolken verziehen? Und mit welchen Wechselwirkungen ist zu rechnen? Diese und weitere Fragen beantworten wir dir im folgenden Text.
Das Eisenkraut ist eine Heilpflanze, die schon seit dem Mittelalter genutzt wird und eine starke Symbolkraft hatte. Bereits Hildegard von Bingen und Kneipp waren von der Heilkraft dieser Pflanze bei den unterschiedlichsten Beschwerden überzeugt. Welche Inhaltsstoffe für die Wirkung von Eisenkraut verantwortlich sind, die richtige Anwendung und Zubereitung der Pflanzenteile und viele andere interessante Fakten zum Eisenkraut haben wir für dich nachfolgend zusammengestellt.
Eine Obstipation, im allgemeinen Sprachgebrauch besser bekannt als Verstopfung, kann sehr unangenehm sein. Die Betroffenen leiden unter Bauchschmerzen, Völlegefühl und Blähungen. Über ein Drittel der Bevölkerung fühlt sich durch einen trägen Darm von Zeit zu Zeit beeinträchtigt, wobei Frauen und ältere Menschen häufiger betroffen sind. Dennoch wird das Thema oftmals noch tabuisiert. Zum Glück gibt es zahlreiche, vor allem auch natürliche Möglichkeiten, einer Verstopfung entgegenzuwirken und somit ohne Medizin zur Entlastung beizutragen.
Es gibt viele Gründe, warum Männer an Potenzstörungen leiden können: körperliche Beschwerden, aber auch Stress und psychische Probleme können die Erektionsfähigkeit einschränken. Seit mehr als 20 Jahren werden darum Potenzmittel eingesetzt – und zwar von Männern jeder Altersgruppe. In der Eidgenossenschaft wurde die Rezeptpflicht für Sildenafil, eines der bekanntesten Potenzmittel, aufgehoben. Und so kann jeder sich die Tabletten in der Apotheke kaufen. Dennoch solltest du dabei einige Dinge beachten: Wir verraten dir, wie die rezeptfreien Potenzmittel wirken, welche Nebenwirkungen auftreten können und welche Alternativen es auf dem Markt gibt.
Vormals sehr kostspielige Medikamente werden nach einiger Zeit günstig als Generika angeboten. Aber ist ein Generikum wirklich in Qualität mit dem Originalpräparat zu vergleichen? Welche Unterschiede gibt es und wann erhalten Generika in der Schweiz eine Zulassung? Im folgenden Artikel haben wir dir wissenswerte und spannende Informationen zum Thema Generika zusammengestellt.